Erfolgsgeschichten


Klaus' Wut


Klaus, zu diesem Zeitpunkt Mitte 40, wurde von seiner Frau zu mir geschickt, die schon seit einigen Monaten meine Klientin war. In solchen Fällen kläre ich immer zunächst ab, ob der Klient tatsächlich aus eigenen Stücken zu mir gekommen ist, oder ob es ihm nur darum geht, jemand anderem einen Gefallen zu tun - denn meine Arbeit kann immer nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn der Klient von sich aus motiviert ist, Veränderungen in Gang zu setzen.

Bei Klaus stellte sich schnell heraus, dass er die notwendige Eigenmotivation mitbrachte. Er erzählte mir von einem Verhaltensmuster, das ihn immer wieder dazu brachte, sich vor allem gegenüber seiner Frau und seiner Tochter überheblich, abwertend, hin und wieder sogar gehässig und verletzend zu geben. Er habe sich - auch gemeinsam mit seiner Frau - schon viele Gedanken über mögliche Ursachen gemacht, ihm sei aber bislang kein Grund oder Auslöser für dieses Verhalten aufgefallen. Die Lage hatte sich dann in den letzten Monaten derart zugespitzt, dass ihm seine Frau bereits eine Trennung in Aussicht gestellt hatte.

 

Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs bekam auch ich zunächst keine Anhaltspunkte, worauf dieses Verhalten zurückzuführen sein könnte. Ich schlug Klaus deswegen vor, dieses Muster mit dem Systembrett aufzustellen, damit wir beide die Angelegenheit aus der Vogelperspektive betrachten konnten.

 

Die Sitzung: Aufstellung mit dem Systembrett

Nachdem Klaus sein Verhaltensmuster aufgestellt hatte, wurden zwei Dinge sofort deutlich: Zum einen war seine Überheblichkeit maßgeblich durch Wut verursacht worden, zum anderen zeigte sich aber auch, dass diese Wut gar nicht seine eigene war. Das heißt, dass Klaus diese Emotion nicht in seiner eigenen Biografie entwickelt, sondern von jemandem übernommen hatte.

 

Diese Person haben wir mit in das Bild geholt und die Wut an ihren Ursprungsort zurückgebracht. Auf diese Weise wollte ich herausfinden, was es braucht, um sie transformieren zu können. Nachdem dies geschehen war, stellte Klaus ein sogenanntes „Heilendes Bild“, in dem es ihm und allen anderen Beteiligten gut ging und die Wut keinen Platz mehr benötigte.

 

Klaus‘ Feedback

Ich habe nach diesem Termin für längere Zeit nichts mehr von Klaus selbst gehört. Aber seine Frau kam circa 6 Wochen später mit einem anderen Anliegen zu mir in die Praxis. Sie bedankte sich bei mir und erzählte ganz verblüfft, dass Klaus seit der Aufstellung kein einziges Mal mehr dieses Verhalten aufgezeigt hatte, das ihre Beziehung so sehr gefährdet hatte.